03.-07.09.08
YURTSUZ DÜNYALILARA SINIRDA UMUT KAMPI
Camp heimatsloser Weltbewohner an der Grenze
Das Urlaubs- und Skipperparadies Ägäis, zwischen griechischen İnseln und türkischer Küste, machte sich als Fluchtweg bereits in den 1980er Jahren einen Namen. Zahlreiche Menschen konnten so den Repressionen des türkischen Militärregimes der 1980er Jahre entkommen. Als EU-Außengrenze zur Abschottung der Festung Europa vor ungewollter Migration, wird das Gebiet für Menschen auf dem Weg nach Europa zum Alptraum. Zwei Hauptrouten bieten sich für Menschen aus dem İrak, Iran, Afghanistan und aus Afrika, vornehmlich Somalia und Sudan, mit dem Ziel Europa an: der Weg über die Festlandgrenze zwischen der Türkei/Griechenland oder Türkei/Bulgarien und die Ägäische Küste.
Die griechische Küstenwache erfüllt ihren Auftrag, die Interessen der EU-Staaten nach kontrollierter Zuwanderung zu schützen. Erwünscht sind junge, ausgebildete, disziplinierte, aber billige Arbeitskräfte. Mit allen Mitteln und Methoden wird versucht jede Landung auf griechischem Territorium zu verhindern: Vom Entern von Booten mit ‚falscher Beladung’ und Zurückschleppen auf die türkische Seite der Seegrenze über das Aussetzen von Menschen auf unbewohnten – und unbewohnbaren, wasserlosen – Inseln, vom Seeuntauglich-machen von Booten auf offener See, um jede Rückkehr zu verhindern, bis zu körperlichen Übergriffen … Sogar Schusswaffen werden eingesetzt.
Das Fehlen legaler Einreisemöglichkeiten in die Festung Europa für Asylsuchende schafft erst den Bedarf an ‚illegalen’ Transportmöglichkeiten’, ein florierendes Geschäft an den Außengrenzen. Die geschlossenen Grenzen bereiten den Boden für einen ‚illegalen‘ Transport-Markt und kriminalisieren ihn und die dazugehörigen Personen zugleich. Mit drakonischen Strafen für Fluchthilfe – der Jargon des Grenzregimes nennt es Menschenhandel – treiben die Gesetze der EU-Staaten die Transportpreise in die Höhe. Das Einreiseverbot macht den Markt also attraktiv und verunmöglicht zugleich die Gewähr einer sicheren Landung am gewünschten Ziel.
Migration aus verarmten, geplünderten, durch Kriege oder von Textil- und Elektronikproduktion und -entsorgung unbewohnbar gemachten Gebieten ist eine Form sich der aufgezwungenen Weltordnung zu widersetzen. Mit unserem Protest wollen wir die Interessen derer unterstützen, die sich zu diesem schwierigen und gefährlichen Weg entscheiden.
dikilinobordercamp.blogspot.com
Ort: Türkei, Dikili, İzmir
Camp heimatsloser Weltbewohner an der Grenze
Das Urlaubs- und Skipperparadies Ägäis, zwischen griechischen İnseln und türkischer Küste, machte sich als Fluchtweg bereits in den 1980er Jahren einen Namen. Zahlreiche Menschen konnten so den Repressionen des türkischen Militärregimes der 1980er Jahre entkommen. Als EU-Außengrenze zur Abschottung der Festung Europa vor ungewollter Migration, wird das Gebiet für Menschen auf dem Weg nach Europa zum Alptraum. Zwei Hauptrouten bieten sich für Menschen aus dem İrak, Iran, Afghanistan und aus Afrika, vornehmlich Somalia und Sudan, mit dem Ziel Europa an: der Weg über die Festlandgrenze zwischen der Türkei/Griechenland oder Türkei/Bulgarien und die Ägäische Küste.
Die griechische Küstenwache erfüllt ihren Auftrag, die Interessen der EU-Staaten nach kontrollierter Zuwanderung zu schützen. Erwünscht sind junge, ausgebildete, disziplinierte, aber billige Arbeitskräfte. Mit allen Mitteln und Methoden wird versucht jede Landung auf griechischem Territorium zu verhindern: Vom Entern von Booten mit ‚falscher Beladung’ und Zurückschleppen auf die türkische Seite der Seegrenze über das Aussetzen von Menschen auf unbewohnten – und unbewohnbaren, wasserlosen – Inseln, vom Seeuntauglich-machen von Booten auf offener See, um jede Rückkehr zu verhindern, bis zu körperlichen Übergriffen … Sogar Schusswaffen werden eingesetzt.
Das Fehlen legaler Einreisemöglichkeiten in die Festung Europa für Asylsuchende schafft erst den Bedarf an ‚illegalen’ Transportmöglichkeiten’, ein florierendes Geschäft an den Außengrenzen. Die geschlossenen Grenzen bereiten den Boden für einen ‚illegalen‘ Transport-Markt und kriminalisieren ihn und die dazugehörigen Personen zugleich. Mit drakonischen Strafen für Fluchthilfe – der Jargon des Grenzregimes nennt es Menschenhandel – treiben die Gesetze der EU-Staaten die Transportpreise in die Höhe. Das Einreiseverbot macht den Markt also attraktiv und verunmöglicht zugleich die Gewähr einer sicheren Landung am gewünschten Ziel.
Migration aus verarmten, geplünderten, durch Kriege oder von Textil- und Elektronikproduktion und -entsorgung unbewohnbar gemachten Gebieten ist eine Form sich der aufgezwungenen Weltordnung zu widersetzen. Mit unserem Protest wollen wir die Interessen derer unterstützen, die sich zu diesem schwierigen und gefährlichen Weg entscheiden.
dikilinobordercamp.blogspot.com
Ort: Türkei, Dikili, İzmir
buerendemo - 2008-09-01 13:15





